Würzburger Geburtstag

Irgendwie wollte mir kein pseudo-lustiger Titel für diesen Beitrag einfallen, deshalb bleibt es einfach sachlich.

Wie schon seit einiger Zeit wollten wir auch dieses Jahr wieder anlässlich des Geburtstags meiner Frau eine Städtereise unternehmen. Letztes Jahr ging es nach Venedig, und auch diesmal hatte ich den Finger schon über der Enter-Taste, um einen Flug zu buchen. Wir konnten uns aber irgendwie nie so richtig entschließen, wohin es gehen sollte, und waren dann sogar bei Lufthansa Surprise angekommen. Glücklicherweise war meine Frau geschäftlich im September in Würzburg und hat mir seitdem von dieser Stadt vorgeschwärmt – und was soll ich sagen, sie hatte Recht damit.

So wurde aus dem Flug eine gerade einmal eineinhalbstündige Autofahrt über eine nahezu leere A3 (Sonntag!), auch wenn man sich bei den heutigen Dieselpreisen für eine Tankfüllung schon (fast) ein Flugticket kaufen kann. Als Unterkunft hatten wir uns das Motel One am Paradeplatz ausgesucht, von dem praktisch alles, was wir sehen und erleben wollten, nur den sprichwörtlichen Steinwurf entfernt war. Sogar unser Zimmer war schon bezugsfertig, obwohl es noch Vormittag war.

Unsere erste Amtshandlung sollte dann ein leckeres Mittagessen bei Der Auflauf sein, einem super knuffigen Lokal, das sich auf Aufläufe spezialisiert hat (wer hätte es gedacht?). Leider hatten wir nicht reserviert und der Laden war ausgebucht, so dass wir umdisponieren mussten und einen super leckeren Brunch bei Köhlers Vollkornbäckerei, die eine Filiale mit Sitzgelegenheiten direkt an der alten Mainbrücke unterhält, genossen haben. Danach ging es direkt zum Brückenschoppen über, bei dem man in einer der Weinstuben an den Brückenköpfen einen leckeren Wein besorgt, um diesen dann auf der Brücke bei bester Aussicht zu genießen. Besagte Brücke hat mich mit ihren Heiligenfiguren sehr stark an die Karlsbrücke in Prag erinnert, wenn auch ein bißchen kleiner und ohne chinesische Hochzeitspaare, die dort Fotos machen lassen. Danach ging es in die prachtvolle Würzburger Residenz und ihren wunderschönen Park, den Hofgarten. Für unser frühes Abendessen überquerten wir wieder den Main und gingen zum Würzburger Hofbräukeller. Ein Riesenschuppen, aber dennoch gemütlich, mit reichlicher Bierauswahl inklusive Tastingbrett und leckerem Essen. Danach war es für uns, nach einem ganzen Tag auf den Füßen, nur noch Zeit fürs Hotelbett.

Tag Nummer zwei begann mit einem ausgiebigen Frühstück in der Brotzeitbar. Danach ging es gestärkt wieder über den Main und hoch zur Festung Marienberg auf einem schönen Weg durch die Weinberge, deren Winzer ich aber, aufgrund der Steilheit, nicht beneide. Wir hatten wieder einmal richtiges Glück mit dem Wetter; es war zwar ziemlich kühl, aber schön sonnig, genau wie man sich den goldenen Herbst vorstellt. Da dieser Tag der Geburtstag meiner Frau und ein Montag war, ließ sich im Anschluss ein Besuch diverser Bekleidungsgeschäfte einfach nicht vermeiden. Abendessen gab es dann im Backöfele, einer Würzburger Institution mit echt fränkischer Küche, wo ich ein fantastisches Schäufele verdrückte. Nach dem Restaurantbesuch waren wir beide so derartig im Fresskoma, dass uns nichts weiter übrig blieb als, noch früher als am Vortag, ins Bett zu fallen. Egal, das hatten wir uns nach diesem schönen Tag verdient.

Der dritte Tag war dann auch schon wieder der letzte und die Heimfahrt stand an. Natürlich nicht ohne vorher noch unseren Besuch beim Auflauf nachzuholen, für den meine Frau, nach unserer Pleite, noch einen Tisch fürs Mittagessen reserviert hatte. Es wäre eine echte Schande gewesen, das zu verpassen.

So, das war`s auch schon. Sollte Euch dieser Beitrag wie ein Restaurantführer vorkommen, habt Ihr vielleicht nicht ganz Unrecht. Damit Ihr aber glaubt, dass wir nicht nur gegessen haben, folgen jetzt die unvermeidlichen Fotos. Diesmal wieder allesamt aus meiner kleinen Leica D-Lux 8, ideal für so einen Trip.

CU

 

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