Herzlich willkommen zu vierten und finalen Teil meines Toskana-Reiseberichts, oder besser gesagt: Benvenuti allo Speciale di Firenze.
Vom 13.09. bis zum 16.09.2025 war die toskanische Hauptstadt die letzte Station unserer Reise. Nachdem wir unseren Mietwagen unbeschadet wieder zum Flughafen zurückgebracht hatten, ging es mit der Straßenbahn direkt in die Stadt zum Bahnhof. Das Ganze in 20 Minuten für 1,70€, Zahlung per Handy direkt im Wagen. Daran sollte sich der deutsche ÖPNV mit seinen wirren Tarifen und hohen Preisen mal ein Beispiel nehmen. Vom Bahnhof waren es dann noch 12 Minuten Fußweg zu unserem Quartier. Für mich mit meinem vorsintflutlichen Koffer über die unebenen Bürgersteige ziemlich unerfreulich, aber was soll’s. Wir hatten wieder ein Air BnB gebucht, diesmal ein winzig kleines, knuffiges Zimmerchen, von dem aus wir alle unsere Ziele bequem fußläufig erreichen konnten.
Was die Stadt anbelangt, war ich nach den ersten Eindrücken etwas zwiespältig, denn sie ist natürlich voller Touristen und teilweise geradezu überlaufen. Immer wieder begegnete man Horden von Touristen, geführt von einem Guide mit Fähnchen, Regenschirm oder ähnlichem. Oftmals Asiaten, insbesondere Japaner, bei denen das sehr diszipliniert abläuft, meistens aber US-Amerikaner. Die waren leicht zu erkennen, denn meist übergewichtig, geschmacklos gekleidet, mit unpassendem Schuhwerk und immer eine Wasserflasche mit sich herumtragend stapften sie durch die Gegend. Manche haben es sogar geschafft, in Italien ihren Kaffee von Starbucks zu holen, lieber Gott lass Abend werden (am besten schon vor dem Mittag)! Das zweite Negativthema für mich waren die Geschäfte sämtlicher Designer und Marken oder irgendwelche Ramschläden, die die Haupt(touristen)straßen mit ihren protzigen und oftmals geschmacklosen Auslagen säumten.
Die Lösung war eigentlich ganz einfach, nämlich Touri-Horden entweder ignorieren oder, wenn nicht möglich, als Anlass zur Belustigung nehmen (Der lustige Mutanten-Stadl) und sich darüber freuen, dass in den Nebenstraßen immer wieder kleine, ursprüngliche Geschäfte und Werkstätten des „echten“ Florenz zu finden sind.
Wir hatten, bis auf ein Ticket für die Uffizien, wo wir trotz Time-Slot in einer mindestens 50 Meter langen Schlage standen, nichts vorgeplant und entschieden immer adhoc was wir tun und wo wir sein wollten. Natürlich waren wir auch bei vielen der bekannten Sehenswürdigkeiten, als da wären Piazza del Michelangelo, Ponte Vecchio, Piazza della Signoria, Santa Maria del Fiore (Dom), Santa Maria Novella (Kirche), Palazzo Pitti, Palazzo Vecchio, und viele mehr.
Glücklicherweise hat in Florenz auch wieder unsere bewährte Nebenstraßen-Strategie funktioniert und so konnten wir viele schöne Ecken abseits der Haupt-Touristenströme entdecken und genießen. Das Ganze haben wir noch erweitert um die Vermeidung sogenannter Geheimtips aus YouTube und anderen Internet-Quellen. Ein Beispiel dafür war Budellino, keine 50 Meter entfernt von der gehypeden Sandwichbar AllÁntico Vinaio mit Endlosschlange. Hier bekamen wir vorzügliche Schiacciata, ein leckeres Getränk und einen Sitzplatz direkt am Geschehen, wo wir uns über die „bekloppten Touristen“ amüsieren konnten. Eine weitere Hype-Alternative ist die Gelateria Sbrino auf der „anderen“ Arno-Seite im Viertel San Donato mit ihrem fantastischen Bio-Gelato. In San Donato befindet sich auch die Osteria del Cinghiale Bianco, in der wir schon einmal vor 28 Jahren (ja, Ihr habt richtig gelesen!) gegessen hatten und dies nun wiederholten. Das Essen war vorzüglich, aber leider ist auch dieses Lokal immer sehr voll und die Leute stehen auf der Straße Schlange für einen Tisch. Glücklicherweise hatten wir reserviert. Ein letztes Highlight, das ich erwähnen möchte, ist die Markthalle. Ihr wisst ja, ich stehe auf Markthallen in großen Städten (siehe Madrid), und auch die in Florenz war wieder ganz nach meinem Geschmack. Unten echte Marktstände mit allem, was man so in Sachen Fleisch, Gemüse, Obst, Gewürze etc. braucht und im Obergeschoss ein Fressparadies vom Feinsten. Sollte ich erwähnen, dass wir uns hier am Weinstand schon vormittags mit Prosecco für mehrere Stunden festgesoffen haben, ich glaube lieber nicht 😜.
Um jetzt endlich mal zu einem Ende und zu den Fotos zu kommen mein Fazit. Der Urlaub war sehr schön und hat sich richtig gelohnt. Wir haben viel gemacht, viel gesehen und waren dabei (nahezu) immer selbstbestimmt, was uns sehr wichtig ist. Die folgenden Fotos aus Florenz sind nur ein Bruchteil dessen, was ich geschossen habe. Ich kann Euch daher nur empfehlen, in den nächsten Wochen immer mal wieder bei mir auf Instagram vorbeizuschauen, denn da werde ich noch einiges mehr zeigen.
CU
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P.S. Übrigens: in 19 Tagen ab Veröffentlichung dieses Beitrags geht es schon wieder gen Italien. Seid gespannt!
Schöne Fotoserie, geschmückt mit ebenso schönen „Spitzen“ gegen das, was einem auf Reisen so begegnet😉
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Danke für die Blumen 😄
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