40 ist das neue 28

Keine Sorge, ich bin nicht etwa einem umgekehrten Jugendwahn verfallen – selbst 40 ist für mich ja „jung“ – sondern es geht um etwas völlig Anderes. Dieses Andere ist aber – zumindest für dieses Blog – auch nichts Neues, denn ich habe mir – mal wieder – eine neue Kamera gekauft.

Als ich im vorigen Jahr über meine Nikon Coolpix A geschrieben habe erwähnte ich, dass ich aus dem Kreis der 28mm-Knipsen gerne noch die Fujifilm X70 und die Ricoh GR in Händen halten möchte, mir die Gebrauchtpreise aber zu hoch erscheinen. Eine der beiden habe ich mir nun aber zugelegt. Allerdings nur fast, denn meine Neuerwerbung ist die Ricoh GR IIIx, die zwar äußerlich von der GR III nicht zu unterscheiden ist, diese aber nicht ablöst sondern mit ihrer neuen Brennweite von 40mm ergänzt (Alle Brennweiten-Angaben sind immer auf Kleinbild/Vollformat umgerechnet, damit es hier kein Durcheinander gibt). Ich habe sie jetzt seit ungefähr zwei Wochen und fühle mich daher geeignet und genötigt, meinen völlig unprofessionellen (Test-)Bericht darüber zu verfassen. Dabei spare ich mir die technischen Daten, denn die könnt ihr einfach hier ablesen. Als ich von der Kamera gehört, bzw. auf YouTube gesehen habe, war ich sofort irgendwie angefixt, denn die 40er-Brennweite in so einem winzigen Gehäuse fand ich faszinierend. Ja, ich liebe meine 28er (Leica Q, und Coolpix A) aber gerade wenn man Menschen fotografiert und sich denen nähert, kommt es doch schnell und gerne zu entstellten Gesichtszügen (zu lange Nase, zu spitzes Kinn, …). Ein Problem, dass alle Smartphone-Fotografen sicherlich auch kennen. Die 40mm entsprechen ziemlich genau dem Blickwinkel, den auch das menschliche Auge wahrnimmt, deshalb bleibt alles etwas natürlicher und mit der 2.8er-Blende funktioniert dann sogar ein wenig Freistellung. 

Die GR IIIx ist voll und ganz auf Einhand-Bedienung ausgelegt, was bei mir auch tadellos funktioniert, allerdings kann ich mir vorstellen, dass der Vorteil ihrer Kleinheit bei Menschen mit großen Händen zum Problem werden kann. Mit meinen zarten Pianistenfingern (hüstel) ist das aber nicht der Fall. Der Autofokus funktioniert gut aber nicht überragend schnell und hat jetzt auch eine Gesichts- und Augenerkennung spendiert bekommen. Die Bildqualität ist super, genau wie bei der normalen GR III dank des gleichen Sensors, und die in ein so winziges Gehäuse eingebaute Bildstabilisierung lässt problemlos auch lange Belichtungszeiten zu. Die Konfigurierbarkeit der Kamera ist legendär und sicher etwas für die totalen Kamera-Nerds, ich persönlich komme aber praktisch mit einer Voreinstellung aus und passe diese „on the fly“ an. Sehr praktisch finde ich auch die Naheinstellgrenze von 12cm im Makromodus, da lässt sich einiges mit anstellen. Ah ja, habe ich schon die vorzüglich funktionierende Touchscreen-Bedienung für Fokus und alle anderen Funktionen und Menüs erwähnt?

Alles in allem bin ich echt begeistert von der Kamera und bereue den Kauf nicht. Natürlich gibt es aber auch Dinge, die mich stören bzw. mir nicht gefallen. Als erstes wäre da das Fehlen eines externen Ladegeräts. Natürlich kann man die Kamera über das mitgelieferte USB-C Kabel samt Netzteil laden aber ich finde, dass bei einem Premium-Produkt zu einem Premium-Preis hier am falschen Ende gespart wird (übrigens genau wie auch bei meiner Fuji X-T4). Der Akku ist nämlich winzig und somit von geringer Kapazität, so dass man ohne Ersatz eigentlich nicht über die Runden kommt und dann unterwegs eine dicke Powerbank anzustöpseln ist nun wirklich keine Option. Außerdem stört mich das „Anfassgefühl“ hin und wieder. Das ist natürlich absolut subjektiv, denn die Kamera ist aus hochwertigen Materialien (z.B. Magnesium-Gehäuserahmen) gefertigt. Irgendwie fühlt sie sich für mich aber trotzdem manchmal „billig“ an, der Engländer würde auch „flimsy“ sagen, liegt wohl am geringen Gewicht (welches ja eigentlich ein Pluspunkt ist). Vielleicht bin auch auch einfach nur Leica-verwöhnt.

Auch wenn man eigentlich solch einen Beitrag nicht mit Negativpunkten beenden sollte, tue ich es jetzt trotzdem. Ihr, meine werten Leser jedweden Geschlechts, könnt sicher damit umgehen. Jetzt folgen nur noch die üblichen, völlig nichtssagenden Fotos von und aus der GR IIIx. 

CU

 

2 Antworten auf „40 ist das neue 28

Add yours

  1. 40mm kann ich absolut nachvollziehen. Bin ja mit Fuji Equipment eigentlich „übervoll“ ausgestattet. Aber ich greife fast nur noch zur X-E3 mit dem „guten alten“ XF 27mm! Ideal für fast „Alles“. Portrait, Landschaft, Street…
    Ultraklein und Messerscharf.
    40mm? Gebe Dir Recht!
    Gruß aus Marburg

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, die Brennweite ist super, auch wenn ich mich auf der Fuji-Seite schon lange vom alten 27er getrennt habe, da ich mit diesem nie richtig zufrieden war. Das neue mit Blendenring ist mir aber einfach zu teuer. Auch meine X-E3 habe ich verkauft, das tat mir zwar richtig in der Seele weh aber ich habe sie einfach viel zu selten benutzt.

      Like

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑