Prag – Ganz ehrlich (2)

Weiter geht´s mit dem Prager-Reisetagebuch.

Am zweiten Tag stiegen wir direkt nach dem Frühstück in die „berühmte“ Tram 22, die im Ruf steht nicht nur die ganze Stadt zu durchqueren sondern auch (nahezu) alle touristisch interessanten Punkte anzufahren. An der Haltestelle Pohorelec stiegen wir erst einmal aus, weil uns die Gegend irgendwie gefiel, nicht etwa geplant. Wie sich herausstellte, war dies eine gute Idee, denn ganz in der Nähe kamen wir zum Strahovsky-Kloster, welches wir uns sowieso anschauen wollten, und damit auch gleichzeitig schon auf halbe Höhe des Petrin, den wir eigentlich mit der Standseilbahn „erklimmen“ wollten. So entschlossen wir uns, den Rest des Hügels hinauf zu laufen und uns dort umzuschauen und natürlich bei einem kühlen Bier auszuruhen. Es war übrigens wieder richtig heiß und der Weg durch den schattigen Wald daher, trotz Steigung, sehr angenehm. Sowohl im Kloster, als auch auf dem Petrin waren bereits regelrechte Touristenströme unterwegs, wir schafften es aber meistens gegen den Strom zu schwimmen laufen und hatten dadurch immer wieder Ruhe, Frieden und schöne Aussichten.

Um die Mittagszeit bestiegen wir dann die Standseilbahn bergabwärts und machten uns auf dem Weg in die City, denn ein Gewitter war im Anzug und wir wollten dies irgendwo trocken aussitzen. So landeten wir dann bei ROESEL Craft-Beer and Cake (was für eine Kombination), einer weiteren Empfehlung der Honest Guides. Die Lokalität liegt nur wenige Meter vom Anfang der Karlsbrücke entfernt an einer Haupt-Touristenstraße, allerdings versteckt in einem Hinterhaus, das man durch einen schmalen Durchgang erreicht. Danach ist man fast wie in einer anderen Welt, denn es ist schön, gemütlich, günstig, lecker und die Gäste zwar (auch) Touristen aber alle gesittet. Übrigens waren wir gerade noch rechtzeitig, denn wir hatten kaum bestellt, da kam ein sintflutartiges Gewitter herunter.

Es hatte ordentlich abgekühlt (zumindest kurzeitig) als wir uns auf den Weg mitten durch die vollgestopften Straßen über die Karlsbrücke zum Wenzelsplatz machten. Auf dem Weg dorthin betraten wir das Palladium Einkaufszentrum und ich hatte schon schlimme Befürchtungen, doch selbst meine Frau hatte keine Lust sich die selben (Ketten-)Läden anzuschauen, die es auch zuhause gibt. So zogen wir, nach einer Inspektion der Sanitärbereiche weiter. Am Wenzelsplatz ging es dann in die Akademia Buchhandlung, denn diese beherbergt im ersten Stock ein kleines Literaturcafé, in welchem wir erst einmal den Stadtplan auspackten. Da das Wetter immer noch instabil war gab es aber nur noch eine Fahrt mit der Tram 17 immer an der Moldau entlang und den anschließenden Weg ins Hotel um etwas zu pausieren.

Am frühen Abend ging es dann wieder los, denn wir wollten ins Lokal (ja, das ist der Name dieser Gaststätte) zum Abendessen. Dies hatte uns Gottfried wärmstens empfohlen, wohl auch weil es dort Pilsner Urquell gezapft direkt vom Tank gibt. Wer braucht schon so etwas lächerlich kleines, wie Fässer 😜. Leider bekamen wir – trotz der bahnhofshallenmäßigen Größe des Lokals – keinen Platz und zogen deshalb weiter ins Mincova. Auch sehr lecker, auch Pilsner Urquell. Um einen weiteren Honest Guide Tip „abzuarbeiten“ besuchen wir abschließend die Napa Bar & Gallery. Hier saßen wir sehr gemütlich unter vielen jungen Pragern und wenigen Touristen im Hinterhofgärtchen und genossen den Fortganges Abends, den wir im nahegelegenen Jazzclub (siehe gestern) ausklingen lassen wollten. Auch dieses Mal kam es nicht dazu, denn die Combo spielte New Jazz, was uns, nach kurzer Hörprobe, eindeutig zu „experimentell“ war. Also nutzen wir die Gunst der späteren Stunde und gingen rauf in Richtung Burg, denn es war schön leer und in der Dämmerung gab es von dort fantastische Ausblicke auf die beleuchtete Stadt. Um 22:00 Uhr wurden wir dann vom Wachpersonal herauskomplimentiert und es ging mit der Tram 22, nach einem ereignisreichen Tag zurück ins Hotel.

So, jetzt habt Ihr euch sehr viel Text angetan und Die nachfolgenden Bilder echt verdient. Vorher aber noch ein wichtiger Hinweis: Ich habe meinen Flickr-Account wieder ein wenig aktiviert und dort gibt es noch viel mehr Bilder in größerer Auflösung als ich hier im Blog zeigen kann. Klickt Euch einfach mal hin, indem Ihr hier rechts in der Seitenleiste nach unten scrollt, es würde mich sehr freuen!

CU

2 Antworten auf „Prag – Ganz ehrlich (2)

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