Müsste es nicht Mogelpackung deLuxe heißen? Nein, oder vielleicht doch, lest einfach weiter und Ihr werdet erkennen, worum es geht. „Natürlich“ geht es wieder einmal um eine neue Kamera, die ich mir gekauft habe und „natürlich“ hat sie wieder einen roten Punkt. Es ist die Leica D-LUX 8, deren Vorgängermodell ich schon zwei Mal besessen habe und zwar in Form der Panasonic Lumix LX100.
Kurze Erklärung für diejenigen, die nicht im Thema sind: Leica hat seit Jahren eine Kooperation mit Panasonic und Leica Kompaktkameras waren eigentlich immer Lumixe, die nur minimal „leicafiziert“ wurden (dafür aber deutlich teurer waren, klar 😏). Bei der D-LUX 8 ist man aber zumindest einen halben Schritt weiter gegangen, indem man zwar die grundlegende Technik von der D-LUX 7 (baugleich Lumix LX100II) genommen hat, diese aber auf neuesten Stand brachte und mit den einher gehenden Veränderungen am Gehäuse, der Software (Menüs) und der allgemeinen Bedienbarkeit zu einer echten Leica gemacht hat, auch weil es kein Parallelmodell von Panasonic mehr gibt. Ein Nebeneffekt ist aber auch, dass einige Reviewer hier von Mogelpackung, Zweitverwertung oder altem Wein in neuen Schläuchen sprechen.
Meiner Meinung nach hat Leica es geschafft, alle Negativpunkte, die ich seinerzeit bei der LX100 angeführt habe, auszuräumen. Dazu aber später, denn, weil man ja nicht mit etwas Negativem aufhören soll, hier erst einmal die Dinge, die mich an der D-LUX 8 stören (in no particular order):
- Im Lieferumfang befindet sich kein Ladegerät, kein Steckernetzteil, ja noch nicht einmal ein USB C-Kabel zum Laden des Akkus. Das finde ich, in Anbetracht des Preises, geradezu ärmlich.
- Die Verpackung ist nicht Leica-like, also keine schicke Schubladenbox, sondern nur schwarze Pappe, wenn auch hochwertig gemacht.
- Es fehlen die üblicherweise beigefügten Leica Stoffbeutelchen, auch das beim aufgerufenen Preis unwürdig.
- Die mitgelieferte Handschlaufe (aus Nylon o. ä.) ist zwar stabil, aber auch sehr „sparsam“ und ein Schulter- bzw. Nackengurt fehlt ganz.
- Der als Zubehör, zu einem unverschämten Preis, angebotene automatische Objektivdeckel sollte im Lieferumfang enthalten sein. Hier habe ich mich, genau wie bei Zusatzakku und Ladegerät, bei Drittanbietern bedient.
Jetzt aber zu den Pluspunkten:
- Das neugestaltete Gehäuse ist nicht nur schön, sondern auch sehr hochwertig verarbeitet und, durch den Verzicht auf einige Knöpfe, auch wesentlich besser bedienbar.
- Alle Funktionen, insbesondere das Einschalten, sind deutlich schneller geworden.
- Das Menü wurde stark vereinfacht und kommt nun im Stil aller aktuellen Leicas daher.
- Der Autofokus ist, trotz der nicht allerneuesten Technik, fühlbar schneller und genauer als früher.
- Die RAW-Files sind nun im DNG-Format und ich behaupte, dass die Bildqualität allgemein deutlich zugenommen hat, obwohl der gleiche Sensor wie im Vorgängermodell verwendet wird.
- Obwohl ich eigentlich Nicht-Blitzer bin, ist der mitgelieferte kleine Aufsteckblitz ein echtes Highlight (sorry für den schlechten Wortwitz).
- Das Ding macht einfach Spaß, was für mich die Hauptsache ist.
Ja, ich gebe zu, dass ich beim Anblick eines roten Punkts auf einer Kamera nicht (mehr) objektiv bin, aber lasst doch einem alten Mann sein Vergnügen. Jetzt folgen ein paar Fotos von der Kamera und natürlich noch einige (wie üblich belanglose) Aufnahmen, die ich damit geschossen habe, übrigens alle JPG out of cam, lediglich verkleinert, damit mir nicht mein Datenvolumen zu schnell voll läuft.
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