Madeira – Beim Zweiten sieht man besser(4)

„Es müsse auch schlechte Kerwe gehalle werrn“ pflegte mein lange verstorbener Schwiegervater zu sagen, wenn ihm etwas nicht gefiel, aber die Umstände keine Alternative boten. So ähnlich erging es uns am 15.06.2024 auf Madeira.

Schon beim Frühstück regnete es, was aber auf der Nordseite der Insel nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen ist, denn schon einen Hügel weiter kann das Wetter ganz anders aussehen. In dieser Hoffnung stiegen wir ins Auto, um nach Ribeiro Frio (auf deutsch „kalter Fluss“) zum Aussichtspunkt Balcões zu fahren. Dort sollte es eine fantastische Aussicht geben und die Madeirafinken fressen einem aus der Hand. Als wir ankamen, waren wir regelrecht geschockt. Obwohl recht früh, herrschte schon eine Art Verkehrschaos und die Leute parkten ihre Autos überall am Straßenrand wo auch immer ein winziges Plätzchen zu finden war. Super-dämlich, denn wir fuhren einfach ca. 300 Meter weiter und fanden noch einige freie, offizielle Kopfparkplätze neben der Straße. Der kurze (ca. 2km) und einfache Weg zum Aussichtspunkt war schon voller Touristen und auch Einheimischen, von denen einige es sich nicht nehmen ließen, entweder in Flipflops oder gar in hochhackigen Pumps zu laufen. Am Aussichtspunkt angekommen war es rammelvoll und die Sicht absolut gleich Null, denn wir standen mitten in der Nebelsuppe. Darüber hinaus hatte mindestens einer der Anwesenden vergessen zu duschen, denn es stank so penetrant nach Schweiß, dass wir unverzüglich die Flucht ergriffen.

Diese führte uns nach Porto Moniz zum nördlichsten Zipfel der Insel, bekannt für seine Natur-Meerwasserschwimmbecken. Auf dem Weg dorthin kam sogar hin und wieder mal die Sonne durch, doch kaum hatten wir das Auto (kostenpflichtig) abgestellt und waren ein paar Minuten herumgelaufen, kam starker Wind auf, es fing an zu regnen und wurde unangenehm. Das hatte uns dann direkt wieder die Lust genommen und so starteten wir Versuch Nummer drei. 

Es ging weiter zum nicht weit entfernt gelegenen Fanal, dem sogenannten Feenwald mit seinen vom Sturm verbogenen Lorbeerbäumen, die im Nebel richtig mystisch aussehen sollen. Nun ja, wir hatten mehr als Nebel, denn dort angekommen waren wir mitten in der Wolke, es schüttete, es stürmte und es war saukalt. Wir haben eine Zeitlang im Auto ausgeharrt, aber es wurde nicht besser, sondern immer schlimmer, und so fuhren wir durchs Gebirge zurück zu unserem Quartier. Bei der herrschenden Witterung und den engen Serpentinenstraßen ein sehr anstrengender Ritt. 

Zurück im Hotel hauten wir uns ins Bett um dort das zu tun, was ältere erwachsene Menschen eben so tun. Am Ende des Tages ging es dann zum Essen ins A Leidera, wo wir den Tag mit jeder Menge Poncha, Cerveja und leckeren Snacks ausklingen ließen.

Eigentlich wollte ich zu diesem Teil gar keine Fotos ergänzen, denn das Titelbild spricht schon Bände, aber hier noch ein paar zur „Verstärkung“ des Tageseindrucks.

Stay tuned

Weiter geht’s mit Teil 5

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