Ewiglich gestrig

Es ist jetzt schon wieder mehr als vier Wochen her, dass ich meinen Post zum Höchster Photowalk veröffentlicht habe. Genau so lange ist es her, dass ich das letzte Mal Fotos gemacht habe. Ich könnte jetzt natürlich einmal wieder die Ausrede mit der Ereignislosigkeit meines Lebens herauskramen, nehme aber diesmal lieber die Arbeit als Begründung, denn in einem Monat mit 22 Arbeitstagen und davon 20 Spätdiensten ist halt einfach nicht viel zu holen. Wenigstens konnte ich einen Teil meiner (mehr oder weniger) freien Zeit mit Musik hören und stöbern verbringen und habe etwas gefunden und erworben, das ich euch hier präsentieren möchte. Wie schon am Titel dieses Beitrags zu erkennen, kommen meine Neuzugänge – zumindest ursprünglich – aus der Vergangenheit. Natürlich aus den Achtzigern, denn wer will schon ernsthaft bezweifeln, dass die Achtziger das Musik-Jahrzehnt schlechthin waren!

Los geht es mit Alphavilles Eternally Yours, der Neuauflage vieler alter Songs, neu arrangiert und eingespielt in symphonischer Form mit dem Filmorchester Babelsberg. In den letzten Jahren ist es ja angesagt, Popmusik, ja sogar Heavy Metal, in klassisches Gewand zu verpacken, nicht immer mit ansprechendem Ergebnis*. Hier ist die Umsetzung aber absolut gelungen und man spürt und hört, dass sich die Beteiligten richtig Mühe gegeben und nicht nur alibi-mäßig ein paar Streicher am Anfang und am Ende der Stücke hinzugefügt haben. Jeder normale Mensch würde sich hiervon einfach die CD kaufen oder gar ganz profan streamen. Ich aber, als williges Opfer, habe natürlich wieder einmal zur Collector´s Box gegriffen und kann mich jetzt an drei LPs in goldenem Vinyl, zwei CDs, einer Musikcassette und einem USB-Stick erfreuen. Ganz zu schweigen von der handsignierten Marian Gold Fotografie und dem schönen Stoffbeutel. Die Sound- und Herstellungsqualität aller Komponenten ist fantastisch, da rauscht und knackt nichts und der Dynamikumfang ist schön ausgeprägt. Selbst die Cassette ist klangmäßig richtig gut, insbesondere wenn man bedenkt, dass es heutzutage ja keine Chromdioxid (Typ II) oder gar Metal (Typ IV)-Cassetten mehr gibt, sondern nur noch die einfachen Ferro (Typ I), und Dolby B – oder gar Dolby C oder S – auch nicht mehr zum Einsatz kommen. Zum USB-Stick, mit den Dolby Atmos-Versionen, kann ich leider wenig sagen, denn ich habe bisher leider nicht herausgefunden, wie ich die Tracks in Atmos wiedergeben kann. Mein BluRay-Player erkennt die Dateien nicht und wenn ich sie vom Mac per Airplay an meine Atmos-fähige Soundbar schicke, kommt dort nur 2-Kanal PCM (also Stereo) an. Fall also irgendwer hierzu einen Tipp für mich hat, nehme ich diesen gerne an.

Ein wenig später stolperte ich über Howard Jones, von dem ich natürlich What is Love und New Song aus den Achtzigern kannte, den ich aber ansonsten völlig vom Radar verloren hatte. Der gute Mann hat vor kurzem ein neues Album namens Dialogue veröffentlich, was mir, nach kurzem Testhören bei Spotify, so gut gefiel, dass ich es direkt gekauft habe. Natürlich direkt von der Künstler-Webseite (damit mehr Verdienst bei ihm hängen bleibt), natürlich in der limitieren Edition mit Bonus-CD (meine ist die Nr. 1807 von 2000) und natürlich habe ich auch gleich noch das 2019er Album Transform mitbestellt. Wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung. Nachdem meine Frau dann nichts mit dem Namen Howard Jones anfangen konnte, spielte ich ihr What is Love vom Debütalbum Human´s Lib aus 1984 vor, was zu einem sofortigen Aha-Erlebnis führte und dazu, dass ich mir dieses Album auch noch zugelegt habe. Ihr braucht nicht zu raten, natürlich die remastered 2018er Deluxe-Edition mit Bonus-CD und DVD. Egal, die Musik ist einfach klasse und es hat sich für mich mehr als gelohnt.

CU

*Noch ein kleiner Nachtrag. Wer auf „Popmusik im klassischen Gewand“ steht, dem empfehle ich Orchestral Manoeuvres In The Dark: Live With The Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und Midge Ure: Orchestrated, zwei ebenfalls sehr empfehlenswerte Alben dieser Gattung.

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