Wieder einmal ein völlig dämlicher Beitragstitel, denn – wie jeder weiß – ist Gravel das englische Wort für Schotter, und zwar die Art von Schotter, welche auf dem Titelbild zu sehen ist und nicht etwa ein umgangssprachlicher Ausdruck für Geld. Das wäre ja dann Kies, Zaster, Kohle, Penunze oder was euch sonst noch so einfällt.
Worum geht es also? Ich habe mir mal wieder etwas gekauft und es handelt sich weder um eine Kamera oder anderes Fotoequipment noch um irgendwelchen HiFi-Krempel. Nein, es ist ein Fahrrad und zwar ein sogenanntes Gravelbike. Was das ist, nämlich so eine Art Zwitter aus Rennrad und Mountainbike, musste ich natürlich erst lernen, genau wie die Tatsache, dass es mittlerweile ein gefühltes Dutzend verschiedener Fahrradtypen gibt und dass das Fahrrad alles ist, nur nicht mehr das Fortbewegungsmittel des armen Mannes.
Eigentlich hatte ich dem Fahrrad fahren schon lange abgeschworen und mein Fahrrad, welches ich im vorigen Jahrtausend gekauft hatte und mit dem ich, als wir in Bischofsheim wohnten, viel gefahren bin, schon vor ungefähr zwei Jahren eingestaubt und unbenutzt an den Sohn einer befreundeten Kollegin abgegeben. Vermisst habe ich es nicht, denn – wie sich Stück für Stück herausstellte – war es für mich eigentlich zu klein, was sich mit steigendem Alter unter anderem durch Rückenprobleme nach den Fahrten äußerte. Meine Frau, die relativ viel mit ihrem Fahrrad unterwegs ist, monierte aber immer wieder einmal, dass man ja noch nicht einmal nach Hochheim zum Gutsausschank käme, ohne Auto oder Vespa zu nutzen und dann trocken bleiben zu müssen, was den ganzen Besuch eines Gutsausschanks ad absurdum führt. Die letzte solche Unterhaltung fand an meinem Geburtstag statt, als wir uns in den Dolomiten zum Wandern aufhielten. Damals bot Lidl (ja, ihr habt richtig gelesen!!!) besagtes Gravelbike in seinem Onlineshop an, und nach kurzer Internetrecherche, in der das Teil ganz gut bewertet wurde, habe ich es, ohne Wissen meiner Frau, bestellt. So wurde es dann am 26. Juli durch die Spedition angeliefert, mehr als vier Wochen vor dem ursprünglich avisierten Liefertermin.

Dann hieß es vom örtlichen Fahrradfuzzi die Schaltung einstellen zu lassen (Sch….. Hi-Tech), noch einen Satz Schutzbleche zu besorgen und die ersten Testfahrten zu absolvieren, die wie erwartet ausgingen. Ich musste – natürlich – feststellen, dass ich keinerlei Routine, Kondition oder was auch immer mehr in Sachen Radfahren habe und stattdessen selbst bei den kleinsten Steigungen gemerkt habe, wie meine Oberschenkel anfingen zu schmerzen (Weichei!). Aber was soll’s, meine Frau hat sich richtig gefreut, ich werde noch ein wenig trainieren (insbesondere wenn es nicht über 30 ºC ist und man beim Nichtstun schon kaputt geht) und dann heißt es: „Auf geht´s, lecker Weinchen trinken.“
CU
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