Das Rhön-Erlebnis (1)

Dies ist eine Geschichte, die das Virus schrieb.

Okay, ich will jetzt nicht ganz so pseudo-pathetisch anfangen, denn schließlich müsste mittlerweile jeder (außer Donald Trump undJair Bolsonaro) mitbekommen haben, wie Covid19 die Lebensumstände eines jeden einzelnen beeinflusst. Ich, für meinen Teil, bin froh, dass ich hier über Luxusprobleme schreiben kann. In diesem Fall Freizeit und Urlaub. Der regelmäßige und gut informierte Leser jedweden Geschlechts hat sicher schon bemerkt, dass es dieses Jahr keinen Bericht über unsere traditionelle Städtereise am Fronleichnams-Wochenende gab. Eigentlich wollten wir diesmal eine Kombination dieser Reise mit unserem „großen“ Sommerurlaub machen und hatten uns als Ziel Dublin, verbunden mit einer Irland-Rundreise im Mietwagen, ausgesucht. Der Corona-Gutschein hierfür hängt nun an unserer Pinnwand.

Nachdem es ja nun einige Lockerungen gab, fiel meiner Frau ein, dass man doch wenigstens ein paar Tage irgendwo innerdeutsch verreisen könnte und sie kam auf die Idee, nach Seiferts in die Rhön zu fahren. Dort waren wir (damals noch in Begleitung meiner Eltern) bereits vor ziemlich genau zwanzig Jahren schon einmal und hatten es in guter Erinnerung. Unsere damalige Unterkunft existiert immer noch, hat aber eine massive Frischzellenkur erhalten und heißt nun nicht mehr zur Krone sondern Krenzers Rhön. Ein sehr empfehlenswerter Landgasthof, der seinen Gästen viel mehr bietet als einfach nur ein Bett. Es beginnt mit den „exklusiven“ Übernachtungsmöglichkeiten in original Schäferwagen, geht weiter mit der Küche, die auf frische und regionale Produkte setzt und endet noch nicht bei der hauseigenen Apfelweinkelterei, denn seit einiger Zeit braut der Chef auch selbst Bier. Das ganze in schöner Natur, mit viel, viel Ruhe (wenn man das will).

Jetzt aber endlich zum Reisebericht. Nach einer bequemen Hinfahrt, die von uns zuhause nur ca. 1,5 Stunden dauert, konnten wir sofort unser Zimmer beziehen und machten uns direkt auf den ersten kurzen Wanderweg, der zum Nachbardorf und dort zu einem Rhönschaf-Bauernhof führte. Leider war die Schafherde gerade aushäusig aber der Weg war schön und schließlich wollten wir uns ja auch unser Abendessen verdienen.

Da wir ein 4-Tages-Arrangement gebucht hatten war diesem aber noch eine Apfelweinprobe, durchgeführt durch den Chef höchstselbst, vorgeschaltet. Ein ganz besonderes Erlebnis, denn er produziert nicht einfach Apfelwein sondern Wein aus Äpfeln. Häh? Im Gegensatz zum „Stöffche“, das man in um um Frankfurt herum genießt, werden hier nicht einfach alle Äpfel zusammen gekeltert und weiter verarbeitet, sondern es werden – ähnlich wie beim Wein-Winzer (ist das jetzt doppelt gemoppelt?) – ganz spezielle Weine hergestellt, teilweise sortenrein aber auch als Cuvee oder unter Zugabe anderer Obstsorten. Sogar eine Mischung aus Apfel- und Trauben-Wein ist dabei. Alles echt gutes Zeug, das auch vom Alkoholgehalt her in der Wein-Liga spielt, denn der bewegt sich zwischen 10 und 15 Prozent. Danach merkten wir beide deutlich, dass das Abendessen, in Form einer rustikalen Rhöner Brotzeit, nicht nur wegen des körperlichen Betätigung am Nachmittag, sehr willkommen war. Nach dem Essen und weiteren flüssigen Spezialitäten ging es dann wankend ins Bett, denn für den nächsten Tag war Wandern angesagt.

Doch dazu mehr in Teil 2.

Stay tuned

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