„Die beste Kamera ist die, die man dabei hat“
So ein Ausspruch, der von Chase Jarvis, einem bekannten Fotografen, stammt und von vielen Leuten aus Begründung/Ausrede hergenommen wird, um mit dem Smartphone zu fotografieren. Auch ich habe mein iPhone immer bei mir und knipse damit. Das Wort fotografieren benutze ich hier absichtlich nicht, denn in der Regel sind es nur Sachen, die ich sofort weiterleiten muss, z.B. die Waschmittelpackung, um meine Frau zu fragen, ob es die richtige Marke ist. Zum „richtigen“ fotografieren ist mir das Teil einfach zu fuddelig und macht deshalb keinen Spaß.
Doch bevor es mit dem eigentlichen Thema losgeht, ein Blick zurück. Anfang 2016, als ich noch mit der Nikon D7100 und viel großem Glas unterwegs war, hatte ich den Rappel mir eine kompakte Kamera zu kaufen. In meiner Kandidatenliste stand die Ricoh GR, die Fuji X100S oder die Leica Q. Wie hier nachzulesen ist, entschied ich mich für die Leica Q, eine geniale, absolut rattenscharfe „Kompaktkamera“, die alles ist – nur nicht wirklich kompakt. Na gut, ich hatte ja auch noch verschiedene Nikon 1-Modelle.
Vor kurzem geisterte dann die neue Ricoh GRIII durch alle Medienkanäle und wieder überlegte ich mir, dass ich noch etwas Kleines brauche (hüstel). Allerdings wollte ich keine 900,00 € ausgeben und wieder ein neues System lernen. So kam ich auf die bereits seit einigen Monaten im Handel befindliche Fujifilm XF10. Die habe ich bei einem Versender für gerade einmal 366,00 € bekommen und konnte als Fuji-Jünger direkt und ohne große Einarbeitung loslegen. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin sehr zufrieden mit der Kamera, trotz einiger Minuspunkte, zu denen ich aber durch einen Haufen Tests und Reviews im Internet vorgewarnt war. Außerdem vertraue ich hier auf Fuji, die es in der Vergangenheit immer wieder geschafft haben, ihre Kameras durch Firmwareupgrades deutlich aufzuwerten (aktuelle Firmware 1.10, da sind noch viele Zahlen frei).
Ich werde jetzt nicht mit allen technischen Daten nerven, die könnt ihr gerne recherchieren, sondern einfach meine Punkte auflisten, die mir gefallen oder auch nicht. Die absolute Nr. 1 dabei ist die Größe, oder besser gesagt, die Kleinheit der Kamera. Hierzu einfach ein paar Vergleichsbilder, die mehr sagen als Worte.
Der Sensor hat APS-C-Größe und liefert mit dem fest verbauten 18,5mm/f2.8-Objektiv (entspricht 28 mm Kleinbild/Vollformat) eine sehr schöne Bildqualität ab. Der Autofokus wird oft als zu langsam kritisiert, was teilweise auch zutrifft. Allerdings werden hier auch gerne Äpfel mit Birnen verglichen. Ich hatte zumindest bisher noch nie Probleme damit. Für die Streetfotografie gibt es, ähnlich wie bei der Ricoh GRIII, einen Schnappschussmodus, der Blende und Fokusdistanz fest einstellt (2m/f8 oder 5m/f5.6) und so das klassische Point-and-Shoot-Erlebnis beschert. Einstellen kann man diesen Modus, und viele andere auch über den Touchscreen, der einige Funktionstasten durch Swipes ersetzt. Leider reagiert dieser sehr träge und ungenau (der Touchscreen meiner X-T3 ist um Welten besser), so dass ich überlege dies ganz abzuschalten und mich auf die Knöpfe und das Q-Menü zu beschränken. Die Kamera kann im RAW-Format aufnehmen und bietet bei den JPEGs die bekannten und sehr schönen Fuji-Filmsimulationen (leider kein Acros). Zusätzlich den Einstellungen PSAM gibt es noch jede Menge Schnickschnack in Form von Motivprogrammen, Filtern und Spezialeinstellungen. Dazu sage ich nur Finger weg! Einzig die Einstellung „Blumen“ im Menü SP erachte ich für sinnvoll, denn sie bietet einen schönen Makromodus, mit dem man richtig nah ans Motiv kommt (das aber leider/natürlich nur als JPEG).
In den vergangen 20 Tagen seit Lieferung hat mich die XF10 jeden Tag begleitet, was noch keine andere Kamera geschafft hat. Sie passt in jede Tasche, sogar in meine Jeans (da kann selbst ich einmal richtig auf dicke Hose machen) und ist somit allzeit bereit. Ich habe mit ihr schon einige schöne Fotos gemacht, die mir sonst entgangen wären. Apropos Fotos, hier kommen jetzt ein paar Beispiele und damit endlich das Ende dieses Beitrags.
Danke fürs Durchhalten.
CU
Sehr schöne Aufnahmen.
Ich fotografiere mit der XF10 und der Leica X Typ 113.
Bin mit beiden Kameras sehr zufrieden!
Gruß
Klaus Schütz
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