Raus aus der Adobe-Falle

Vor mehr als zweieinhalb Jahren habe ich hier eine fünfteilige Serie veröffentlicht, in der ich beschrieben habe, wie ich mit den vielen Fotos umgehe, die ich so mache; von der Archivierung/Sortierung bis hin zur Ausgabe, mit dem Schwerpunkt auf der Bildbearbeitung. Der Titel lautete „Der Würgefloh oder Gefährliches Halbwissen“. Ich hatte mich dafür richtig ins Zeug gelegt und sehr viel Zeit und Mühe in die Artikel investiert, aber wie es der Teufel will, gehören sie zu den am wenigsten gelesenen in der Historie dieses Blogs. Vielleicht hätte ich den Titel eindeutiger wählen sollen, so dass es klar wird, worum es geht, nämlich meinen Fotografie/Bildbearbeitungs-Workflow.

Für alle, die damals nicht gelesen haben, gibt es jetzt erst einmal die Chance, das nachzuholen

Der Würgefloh oder Gefährliches Halbwissen (1)

Der Würgefloh oder Gefährliches Halbwissen (2)

Der Würgefloh oder Gefährliches Halbwissen (3)

Der Würgefloh oder Gefährliches Halbwissen (4)

Der Würgefloh oder Gefährliches Halbwissen (5)

Die Serie endete mit einem Kurs, oder neudeutsch Tutorial, zu Adobe Lightroom für Anfänger und solche, die es bleiben wollen. Womit wir endlich beim Thema wären, denn  ich habe mich gerade von Lightroom verabschiedet. Seit dem Erwerb meiner X-T3 hatte ich das Problem, dass die Kamera (oder besser gesagt, die RAW-Dateien daraus) von meiner LR-Version nicht mehr unterstützt wurden. Kein Problem, denkt ihr jetzt, es gibt doch ein Update. Weit gefehlt, denn man kann die Softwarelizenz nicht mehr kaufen sondern nur noch die von Adobe angebotene angebotene Mietvariante im Rahmen der Creative Cloud wählen – und das schon seit fast einem Jahr. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer, denn alles in mir sträubt sich dagegen, Software zu mieten. Natürlich gibt es einige Argumente für die Mietversion, angefangen bei ständiger Aktualisierung, Zusatzprogrammen usw. aber dieses ganze Zeug will ich nicht.

Hierzu ein kleines Rechenexempel: Ich habe meine LR-Lizenz im August 2015 gekauft und seinerzeit 117,89 € dafür bezahlt. Hätte ich mich damals schon für die parallel erhältliche Mietvariante entschieden, hätte ich bis zum Umstieg auf meine neue Software im Oktober 2018 (dazu später mehr) 463,71 € berappen müssen. Wo ist da das Verhältnis oder gar der Mehrwert.

So stand ich also wieder einmal da und überlegte, wie es weiter gehen soll und es kam erschwerend hinzu, dass nach dem Update meines iMac auf MacOS 10 Mojave, mein altes Lightroom jedesmal eine Warnmeldung ausspuckt und unerträglich lahm geworden ist. Meine Recherchen ergaben folgende mögliche Umstiegsszenarien:

  1. Adobe Lightroom Classic CC, die Mietvariante, die ich aus o. g. Gründen eigentlich nicht will aber auch die Software ist, in der ich mich auskenne und schnell zum Ergebnis komme. Mietpreis 11,89 € pro Monat.
  2. AlienSkin ExposureX4, welches von FujiLove und anderen Webseiten gelobt wird aber (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags) meine X-T3 noch nicht unterstützt. Kaufpreis 149,00 €.
  3. PhaseOne Capture One 11, mit mächtigen Werkzeugen, einer speziellen Version für Fujifilm-Kameras und hervorragenden Kritiken bei vielen Fotografie-Webseiten und -Kanälen. Kaufpreis 219,00 € (Fuji only) bzw. 349,00 € („alle“ Hersteller).
  4. Skylum Luminar, mit einer neuartigen Herangehensweise an die Bildbearbeitung aber aktuell auch noch ohne Unterstützung für die X-T3. Kaufpreis 69,00 €.

Ich habe mich für Capture One entschieden, allerdings nicht für die reine Fujifilm-Version, da ich ja auch noch die Leica Q und die Nikon 1 S1 mein eigen nenne und nicht zwei- oder gar dreigleisig fahren möchte. Die Software ist ein echter Hammer und die Stimmen, die insbesondere bei Fuji-RAWs erhebliche Vorteile gegenüber LR herausstellen, haben wirklich recht. Alles wirkt bereits ohne jegliche Bearbeitung irgendwie echter und besser. Allerdings stelle ich auch fest, dass ich mich erst einmal wieder auf den Hosenboden setzen muss, um das Programm (mehr oder weniger) anwenden zu lernen. Von Beherrschen will ich hier gar nicht reden, denn die Werkzeuge und Funktionen gehen weit über das hinaus, was ich Amateur brauche und/oder verstehe. Bis dahin besteht mein Workflow in der Benutzung der automatischen Anpassung, die – im Gegensatz zu LR, wo sie einfach  meistens nur die Belichtung hochjubelt – sehr gut funktioniert und weitere Bearbeitungsschritte nur wenig oder gar nicht nötig macht.

CU

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