Ich hatte es angedroht angekündigt, es geht weiter mit dem Thema Musik.
Allen, die es aus vorigen Beiträgen zu diesem Thema immer noch nicht geschnallt haben, erkläre ich hiermit explizit, dass ich dabei eine Art ewig gestriger bin. Oder anders gesprochen: Gebt mir 80er-Jahre Synthiepop und ich bin glücklich.
Ganz besonders glücklich bin ich darüber, dass eine meiner Lieblingsbands aus dem besten Musikjahrzehnt aller Zeiten kürzlich ein neues Album veröffentlicht hat – fünfundzwanzig Jahre nach dem vorigen.
The Twins – Living for the Future.
Entdeckt hatte ich es neulich beim 3 für 15-Stöbern bei Amazon und das Schicksal wollte, dass ich auch erfuhr, dass es eine, auf 500 Stück limitierte, Sonderedition gibt. Trotz, oder gerade wegen des horrenden Preises dieser Box schaltete mein Verstand direkt ab und ich bestellte sofort.
Die stabile, handsignierte Box (ich habe Nr. 423/500) mit dem leicht erhabenen Goldaufdruck hat folgendem Inhalt:
- CD und LP Living for the Future
- Original Twins Single (die allererste) aus den 80ern, neu und ungespielt
- Autogrammjäger
- Anstecknadel (Button) [Mehr 80er geht wirklich nicht!]
- Buch Die Abenteuer der Twins
Es zählen aber nicht nur die Äußerlichkeiten sondern vor allem die inneren Werte, sprich die Musik und die passt einfach. Fette Synthie-Sounds, ordentliche Rhythmen und schöne Melodien lassen bei mir keine Wünsche offen. Ich erwische mich sogar immer wieder beim Mitsummen und Fußwippen (gerade erst heute morgen beim Bügeln meiner Henden 😏). Hinzu kommt klarer Gesang, an dem sich viele aktuelle, nuschelnde und silbenverschluckende „Stars“ aus unserem Lande ein Beispiel nehmen sollten. Die Texte (natürlich englisch), Herz, Schmerz, Liebe, Leid, Treffen, Verlassen usw. Pop eben und absolut zur Musik passend.
Jetzt kommt aber der Negativpunkt und den finde ich bei der LP. Diese sieht wunderschön aus, man nennt das wohl „Golden Marbled Vinyl“, kann mich aber klanglich nicht überzeugen. Es fehlen außerdem zwei Titel, was wohl der Dauer des Gesamtwerks geschuldet ist. Trotz dieser Kürzung ist jede LP-Seite noch über 24 Minuten lang, was nicht nur die Rille sehr schmal macht (daher mangelnde Dynamik) sondern auch den „Auslauf“ sehr, sehr kurz. So kurz, dass mein Plattenspieler den Tonarm nicht hochhebt und zurückfährt. All dies Probleme hätte man mit einem Doppel-Album lösen können, zur Not mit nur drei bespielten Seiten. Schade eigentlich.
Bereuen tue ich den Kauf aber absolut nicht, denn die CD bietet einen wirklich fetten Sound und hat richtig Wumms.
Zum versöhnlichen Schluss noch mein weiteres Highlight, das Buch „Die Abenteuer der Twins“ von Bandmitglied Sven Dohrow. Hierin erzählt er, im angenehmsten Plauderton, die Geschichte der Twins in den 80er Jahren. Angefangen in der Schule bis hin zum Superstar-Status in Italien, Chartplazierungen in Australien und Begegnungen mit (damaligen) Musikgrößen wie Culture Club und Depeche Mode. Insbesondere bei einigen Anekdoten aus dem Tourleben von Popstars konnte ich mir ein lautes Loslachen einfach nicht verkneifen. Was mir beim Lesen auch positiv auffiel, war dass hier nicht künstlerisch verklärt wurde. Getroffene Fehlentscheidungen wurden auch als solche bezeichnet und auch mit dem Thema Geld und seinen Auswirkungen wird offen umgegangen. Was soll ich sagen, ich bin eigentlich recht lesefaul aber dieses Werk habe ich mir in Rekordzeit regelrecht „reingezogen“.
So, jetzt genug mit der Lobhudelei und zum Abschluss ein paar Bilder und eine klare Kaufempfehlung für alle, die meinen Musikgeschmack teilen oder zumindest damit etwas anfangen können.
CU
P. S. Ich werde einen Link zu diesem Blogpost mal an die Twins weiterleiten. Mal sehen, ob etwas zurückkommt.
Hinterlasse einen Kommentar