Walk like an Egyptian (5)

Hetzjagd

In England gibt es (meines Wissens nach) noch Fuchsjagden, bei denen das Opfer durch Treiber, Hunde und berittene Jäger in die Enge getrieben und dann erlegt wird. Selbst bei den skurrilen Inselbewohnern regt sich aber mittlerweile enormer Widerstand gegen diese Art des Vergnügens. Nun haben wir gerade an der ägyptischen Variante dieser Form der Tierqäulerei unfreiwillig teilgenommen. Unfreiwillig ist nicht ganz das richtige Wort, besser würde unwissentlich passen, denn gebucht hatten wir „Schwimmen mit Delfinen“.

Nun war es mir völlig klar, dass wir nicht mit unserem Boot allein im ganzen Roten Meer unterwegs waren, um auf die Meeressäuger zu treffen. Der Anblick, der sich uns aber bot als wir das Zielgebiet erreicht hatten, war dann doch grausig, denn ein Dutzend Boote kreuzte hin und her, um die Delfine irgend wie zu erwischen. Das Ganze wurde gefährlich eng, da zwischen den großen Booten noch diverse Schlauchboote im Affenzahn durchflitzten und mit Schnorchel und Taucherflossen ausgestattete Touristen, mehr oder weniger planlos, das Meer durchpflügten. Alles begleitet vom ständigen Tuten der Schiffssirenen und dem Geschrei der ägyptischen Reiseleiter, die damit die Delfine zusammentreiben wollten. Ein unwürdiges Spektakel. Unser Reiseleiter gehörte glücklicherweise zur etwas vernünftigeren Sorte, was dazu führte, dass wir uns ein wenig abseits bewegten und warteten, bis die Horde weiter gezogen war um dann den Delfinen wirklich nahe zu kommen. Damit Ihr nicht glaubt, dass ich Lüge, hier einige Beweisfotos (erstmal nur eines, später mehr).

Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich aber beim Betrachten der Touristenschwärme so etwas wie mein privates Whale-Watching gehabt (vgl. Folge 3).

Ein paar versöhnliche Worte möchte ich zum Abschluss aber noch loswerden. Der zweite Teil, der Exkursion – Schnorcheln am Korallenriff – war sehr schön und ein echtes Erlebnis. Ich muss mich hierbei allerdings auf die Aussagen meiner Familie verlassen, denn ich selbst war deutlich eingeschränkt. Als Brillenträger hat man manchmal echt gelitten, trotz der teilweise korrigierenden Wirkung des Wassers. Dafür hatte ich durch meine Anwesenheit das Rote Meer temporär um eine neue Fischart bereichert, den dickbäuchigen deutschen Blindfisch🤣.

Eines kann ich jedoch definitiv bestätigen: an Bord gab es das bisher beste und vor allem landestypischste Essen!

Stay tuned.

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