Walk like an Egyptian (3)

Von Plautzen und Proleten

Bevor ich anfange erst einmal wieder einer meiner Warnhinweise: Der folgende Beitrag enthält jede Menge Lästereien, Vorurteile, Arroganz, Verallgemeinerungen und dergleichen. Wer so etwas nicht mag, kann die Lektüre nun beenden oder ganz einfach weiterlesen und akzeptieren, dass die folgenden Zeilen einfach nur Meinungsäußerungen sind – wenn auch teilweise absichtlich harsch formulierte – und überlegen, ob nicht doch ein Körnchen Wahrheit, oder sollte ich besser sagen Fakten, darin steckt.

Unsere Hotelanlage, finde ich sehr schön. Die Zimmer sind geräumig und sauber, das Essen ist im Allgemeinen gut, der Service ist aufmerksam und den Animateuren und Werbern ist glücklicherweise mit einem einfachen „nein, danke“ meist schon ausreichend zu begegnen. Auf Seiten der (Mit-)Gäste gibt es aber einiges zu berichten. Zuerst einmal, dass es hier keine Russen und/oder Engländer gibt, was ein absolutes Positivum darstellt und vor allem für abendliche Ruhe sorgt (besonders an den Bars). Trotzdem bleibt man hier nicht von diversen Entgleisungen verschont. Okay, wahrscheinlich sehe ich das alles völlig falsch und ich bin der merkwürdige Außenseiter oder zumindest ein Exemplar einer aussterbenden Minderheit, denn ich bin normalgewichtig, nicht tätowiert, kann mit Messer und Gabel essen und mich auch ansonsten benehmen.

Was ich mir hier anschauen muss, grenzt schon an Körperverletzung (Augenschädigung), von den psychischen Auswirkungen ganz zu schweigen. Es ist mir immer wieder unbegreiflich, wie biedere, spießige Familienväter dazu kommen, sich am ganzen Körper verstreut merkwürdige Muster oder Bilder aus Tinte unter die Haut jagen zu lassen. Gleiches gilt natürlich auch für die werten Damen, denn die tätowierte Rose welkt gemeinsam mit dem Allerwertesten, auf dem sie sich befindet. Dazu kommen die Fleischberge beiderlei Geschlechts, die rund um den Pool herum, meist regungslos, verharren und vor sich hin grillen. Ich bin immer wieder versucht, Greenpeace oder den WWF anzurufen um gestrandete Wale 🐳 zu melden. Die Krönung des Ganzen ist natürlich die Kombination beider Merkmale. Ihr wisst sicher, was ich meine, deswegen will ich hier nicht weiter machen. Eine Frage beschäftigt mich allerdings: Wie lassen sich Wale tätowieren? Von Tintenfischen?

Womit wir beim Buffet wären an welchem sich besagte Klientel – frei nach dem Motto „Ich will so bleiben, wie ich bin“ – ausgiebig delektiert. Ich bewundere daran vor allem die rationelle Vorgehensweise, denn zur Vermeidung unnötiger Laufwege werden die Teller bis zum Überlaufen beladen, am besten mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert gleichzeitig, um dann – nach sorgfältiger Umgehung der Obststation – am Tisch unter Zuhilfenahme von Unmengen stark zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke vertilgt zu werden.

So, jetzt ist es aber gut und ich möchte zum Schluss kommen, jedoch nicht ohne nochmals auf die oben angesprochenen Vertreter bestimmter Nationalitäten zu kommen. Die fehlen zwar immer noch aber gestern kam eine Horde Gruppe Schluchtenscheisser Österreicher an, die alles tut, um diese würdig zu vertreten, inklusive Grölen und Besuch des Restaurants in Badebekleidung 🤯.

Stay tuned.

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Eine Antwort auf „Walk like an Egyptian (3)

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  1. Macht Spass zu lesen! Freue mich auf weitere Berichte!
    Das kann ich so gut nachvollziehen. Meine Familie hatte mich bisher ein einziges Mal zu einem Pauschalurlaub nötigen können. Es war 2013. Herbstferien. Fuerteventura. 4 Sterne. Suite. Es sollte schon was besseres sein!
    Und das Niveau ja gefälligst auch!
    Morgens um 6 Uhr wurde ich geweckt von “ Liegestuhlrücker“ und „Handtuchausleger“. Man was war ich naiv, dachte immer, so was gibts nur bei RTL2. Ich fand das unterirdisch. Dazu noch Ihr besagtes Verhalten am Buffet und der „Augenschmaus“ an der Poollandschaft!
    Einmal und niemehr wieder! Seitdem machen wir wieder unsere individuelle Art von Urlaub. Ferienhaus!
    Schöne Ferien trotzdem noch. Und dran denken: Alles ist endlich!

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